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Das Tagebuch der Nadine von Hohenwaldt

Nadine von Hohenwaldt

Nadine von Hohenwaldt wurde am 14. Juli 1924 im schlesischen Dorf Böllbach als Tochter des Barons Wilhelm und seiner Frau Elisabeth von Hohenwaldt geboren. Sie war das älteste von drei Kindern, 1928 kam Rebecca und 1933 Anton von Hohenwaldt auf die Welt.

Zu Kriegsbeginn besucht sie die Dorfschule, doch schon bald siedelt die Familie von Hohenwaldt nach Breslau um. Im Mai 1942 verlässt Nadine zusammen mit ihrer Jugendfreundin Elke Brünnlitzer das Gymnasium und wird zum "Pflichtjahr" eingezogen. Ein halbes Jahr wird sie als Krankenschwester der Wehrmacht unterstellt und landet in einem Lazarett im libyschen Derna als Teil des Afrikakorps. Weitere sechs Monate verbringt Nadine anschließend in den Eisenbahnwerkstätten Linke-Hofmann-Busch in Breslau.

Im August 1943 kann Nadine dann schließlich ihr Studium an der Breslauer Universität in Angriff nehmen. Hier lernt sie eine Gruppe Studenten kennen, die sie zu "Gesprächsabenden" trifft und über die aktuelle politische Lage diskutiert. Schnell wird klar, dass dieser "Blaue Ring" regimekritisch und nur im Verborgenen agiert.

Beim Blauen Ring lernt Nadine Franz Reeders kennen und lieben. Der jedoch verliebt sich zunächst in eine andere Frau, die jedoch nach kurzer Zeit in einem Konzentrationslager umkommt. Daraufhin verschließt sich Franz vor dem Leben und lässt niemanden mehr an sich heran.

Erst als Nadine Ende 1943 sehr krank wird und Franz davon erfährt, bricht er aus seiner selbstgewählten Isolation hervor.

Im Laufe des Jahres 1944 kommen sich Nadine und Franz immer näher und werden ein Paar. Aufgrund der Kriegsereignisse werden im Herbst 1944 Deutschlands Universitäten geschlossen. Die Männer werden von der Wehrmacht eingezogen. Nadine und ihre Freundin Elke kommen in der Fabrik von Nadines Vater unter, der Schlesischen Telephonwaren Fabrik in Breslau. Nicht ganz glücklich hierüber muss Nadine eine Zeit der Trennung von ihrem Franz durchstehen.

Während eines kurzen Heimaturlaubes kommt es zwischen Nadine und Franz zu ihrer ersten gemeinsamen Nacht. Nun, so glauben sie, kann sie nichts mehr trennen.

Als Franz einen Monat später wiederum in Breslau weilt, hat er sich verändert. Als Soldat hat er direkt an der Front gestanden, dort Leid und Tod erlebt. Sein Eingeständnis "Nadine, ich habe Menschen umgebracht. Junge Männer erschossen, die in meinem Alter sind..." stellt die beiden vor eine Situation, mit der sie erst umgehen lernen müssen.

Im Januar 1945 wird Franz nach Breslau verlegt, zur gleichen Zeit wird die Stadt evakuiert und Nadine flieht zusammen mit ihrer Mutter in Richtung Westen. Nur knapp dem Tod entronnen erholen sich Mutter und Tochter bei Bekannten von Anna Runde. Diese ist die Wirtin des Cafés Vaterland und eine Freundin von Nadines Vater.

Nach kurzer Zeit entschließt Nadine sich dazu, nach Breslau zurück zu kehren. Als Lazaretthelferin kommt sie zurück, trifft Elke wieder, die ebenfalls als Krankenschwester im Einsatz. Und natürlich finden sich Franz und Nadine wieder.

Verzweiflung erfüllt Nadine, als sie vom Tod ihres Freundes erfährt, wenig später fällt ein weiterer Bekannter. Nadine tauscht Schwesterntracht gegen Uniform und greift selbst zur Waffe, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Am 3. Mai 1945, nur drei Tage vor der Kapitulation, kommt Nadine bei einem Feuergefecht in der Nähe des Trebnitzer Kleinbahnhofs ums Leben.